Journal of Okayama Medical Association
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眩暈ニ關スル研究(第2報)廻轉性眩暈ニ就テノ實驗的研究

Yasuhara, Isao
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Abstract
Seit Goltz (1870) verdeutlichte, dass die drei Bogengänge ein Sinnesorgan sind, von dem sowohl unmittelbar das Gleichgewicht des Kopfes als auch mittelbar das des ganzen Körpers abhängt, hat dieses die Aufmerksamkeit zahlreicher Fachgelehrter erregt, so dass unzählige Arbeiten, die sich damit beschäftigten, aufeinander gefolgt sind, und die Physiologie des Labyrinthes auf diese Weise grosse Fortschritte gemacht hat. Unter diesen Autoren erforschte Mach (1875) bei Gesunden, Kreidl (1892) bei Taubstummen den Drehschwindel und erwarben sich so ein grosses Verdienst um die Wissenschaft. Danach ergründeten Brünings (1911), Ogata (1914), Schilling (1919) das Nystagmus, das bei verschiedenen Lagen des Kopfes durch den kalorischen oder Drehreiz hervorgerufen wird. Nun betrachtete ich, indem ich jeden Bogengang in horizontaler Stellung hielt, den Drehschwindel in jeder Kopflage, in der der Drehreiz aufs stärkste wirkt. Ehe ich die Experimente anstellte, meisselte ich den Schädel auf, um die beiderseitigen Bogengänge zu entblössen, und erfand vier Kopflagen, die nach der die beiden deutschen Horizontallinien enthaltenden Fläche bestimmt waren. a) Die die beiden deutschen Horizontalen enthaltende Fläche muss sich von der Horizontalebene um 12.0° nach vorn neigen, damit sich der äussere Bogengang in horizontaler Stellung erhält. b) Wenn sich der linke obere Bogengang in horizontaler Stellung befindet, so ist auch der rechte hintere in derselben Stellung. In einer solchen Kopflage neigt sich die die beiden deutschen Horizontalen enthaltende Fläche nach vorn um 50.0°, nach rechts um 48.0°. c) Wenn sich der linke hintere Bogengang in horizontaler Stellung befindet, so ist auch der rechte obere in derselben Stellung. In einer solchen Kopflage neigt sich die die beiden deutschen Horizontalen enthaltende Fläche nach vorn um 50.0°, nach links um 32.0°. d) In unserer gewöhnlichen Kopflage befindet sich die die beiden deutschen Horizontallinien enthaltende Fläche meist in horizontaler Stellung und in diesem Falle neigt sich der äussere Bogengang nach hinten um 12.0° hinab. Nun setzte ich eine Versuchsperson in den besonderen Drehapparat (s. Fig. 1 u. 2), den ich selber nach dem Vorbild der Machschen und Kreidlschen Drehvorrichtungen angefertigt hatte, und drehte ihn mit der Geschwindigkeit von 10 Umdrehungen in 13 Sekunden herum, wobei die Triebkraft von einem elektrischen Motor geliefert wurde. Dabei beobachtete ich die scheinbare Ablenkung, die nach den 10 Umdrehuugen zum Vorschein kam, mit einem eisernen Zeiger von aussen her. Bezüglich der Reaktionsstärke reihen sich die vier Kopflagen in der Folge von a, d, c, b aneinander. Weiter brachte ich ein rotes Kreuz an einer Stelle der inneren Wand des Drehapparates an und drehte unter denselben Bedingungen wie im vorangehenden Falle. Als ich dann die Versuchsperson gleich nach der Unterbrechung des Drehens den rechtsoben angehängten Winkelmesser betrachten liess, empfand sie eine scheinbare Ableukung, die aus einem grauen Kreuz als einem Nachbild bestand. Auf solche Weise beobachtete ich auch im übrigen die scheinbare Ablenkung, die nur durch Nachnystagmus erfolgt. Aus meinen Beobachtungen zog ich folgende Schlüsse: 1) Bei Menschen zeigen Stärke und Dauer der scheinbaren Ablenkung nach der Drehung und die danach eintretende Nebenerscheinung einen grossen individuellen Unterschied. 2) Bei Menschen zeigen sie je nach der Kopflage, d. h. je nach der Stellung jedes der Bogengänge und des daneben liegenden Vorhofs, einen grossen Unterschied. 3) Bei Menschen sind Stärke und Dauer der von den drei Bogengängen und dem Vorhof bewirkten scheinbaren Ablenkung viel grösser als bei der nur durch die schiefe Fixierung der Gesichtslinie hervorgerufenen.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489