Journal of Okayama Medical Association
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側頸部血嚢腫ニ就テ

岩藤 良秋 岡山醫科大學津田外科教室
Thumnail 44_1727.pdf 2.36 MB
抄録
Die seitliche Halsgegend ist eine Lieblingsstelle der zystischen Geschwülste verschiedenen Ursprunges. Unter den verschiedenen Zysten ist die Blutzyste ässerst selten. Der Ausdruck “Blutzyste;” ist ein klinischer, aber kein anatomischer Begriff. Man bezeichnet heute alle Zysten als Blutzyste, die überhaupt mit frisch flüssigem oder veraltet verändertem venösen Blut gefüllt sind, wobei der Blutraum entweder geschlossen ist oder mit einem grösseren venösen Gefäss in offener Verbindung steht. Spannaus hat die Blutzysten nach ihrem Ursprung folgendermassen eingeteilt: A) echte Blutzysten, 1) fötale Hemmungsbildungen, 2) Erweiterungen einer Vene (Die Blutzyste kommuni, ziert mit der Vene oder hat sich vollständig abgeschnürt), B) unechte Blutzysten, 3) aus einer Kiemengangszyste, 4) aus einem Angiom, 5) aus einem Lymphangiom, 6) aus Lymphdrüsenmissbildungen. Wir sind neuerdings einem Fall von Blutzyste begegnet. Es handelte sich um eine 44 jährige Frau, die seit etwa 9 Monaten über einen daumenspitzgrossen Tumor am linken Seitenhals klagte. Sie verspürte aber keine Beschwerden wegen des Tumors und konnte sich nicht erinnern, wann oder wie er angefangen hatte. Sie besuchte unsere Klinik am 14. Juli 1931, um den Tumor zu beseitigen. Es fand sich ein weicher, deutlich fluktuierender, länglich ovaler Tumor von der Grösse eines kleinen Hühnereies an der Mitte des hinteren Randes des Kopfnickers am linken Seitenhals. Der Tumor lag direkt unter der Haut und war gut beweglich. Er war nicht druckempfindlich und zeigte weder Pulsation noch Kompressibilität. Die Operation am 17. Juli 1931 ergab eine Blutzyste, die als eine variköse Ausbuchtung der Venenwand der Teilungsstelle der V. jugularis externa sinistra konstatiert wurde. Er wurde total exstirpiert und die Frau wurde am 24. Juli 1931 als geheilt entlassen. Die exstirpierte Blutzyste war dunkelrötlich durchschimmernd, weich, so gross wie ein kleines Hühnerei und fast zylindrisch. An der oberen medilaen Ecke des Tumors trat eine Vene ein und dicht an seiner Lateralwand entlang lief die V. jugularis ext., die ca 1cm lang mit der Zyste in offener Verbindung stand. Die Zyste war einkammerig und enthielt flüssiges, veraltetes, venöses Blut und teilweise organisierten Thrombus. Die Zystenwand bestand grösstenteils aus Bindegewebe, während Muskelfasern und elastische Fasern sehr wenig vorhanden waren. Die Innenwand der Zyste war mit Endothel ausgekleidet. Am oberen Teil der Zyste fand man noch einige kleine Hohlräume, die als Missbildung des Gefässes angenommen werden müssen. Aus obigen Befunden könnte man wohl sagen, dass es sich bei dieser Zyste um eine echte Blutzyste handelt, die aus der isolierten Varix an der Teilungsstelle der V. jugularis externa sinistra entstanden ist, und nach Spannaus genetisch zur zweiten Unterabteilung der echten Blutzysten gehört. Als Entstehungsmodus unserer Blutzyste könnte man eine angeborene Missbildung der Venenwand und erworbene mechanischen Momente, z. B. Stauung sowie Mengenmissverhältnis des ab- und zuführenden Venenblutes an der Teilungsstelle der Vene annehmen. Als Therapie der Blutzyste ist heute die Totalexstirpation des Sackes zu empfehlen.
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489