Journal of Okayama Medical Association
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所謂酸性核ニ關スル實驗的研究竝ニ其ノ組織學的本性ニ就テ

三宮 信彦 岡山醫科大學解剖學教室
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抄録
Von der Tatsache ausgehend, dass bei der Doppelfärbung mit dem sauren und basischen Farbstoffe einige Kerne als Azidopbile, und die anderen als Basophile auftreten, sind die Kerne bisher tinktoriell in zwei Arten eingeteilt worden: den gewöhnlichen und den sauren Kern. Doch sind diesbezügliche Studien bisher fast ausschliesslich am menschlichen Hautgewebe gemacht worden, ohne genügende Auskünfte über das Wesen der sauren Kerne zu geben. Ich habe daher anf Anregung von Prof. Dr. K. Kosaka beim Kaninchen dieses Problem auf experimentelle Weise in Angriff genommen und folgende Ergebnisse bekommen: 1. In fast allen Geweben und Organen exclusive des Nervengewebes konnte ich überall die sauren Kerne anffinden. Vor allem in der Leber, Niere, Bauchspeieheldrüse, Mageu- und Darmschleimhaut und Lunge kommen diese Elemente in der Regel sehr reichlich zum Vorschein. 2. Im ganzen und grossen ist die Verbreitung der sauren Kerne im Organe, wenigstens in der Leber und dem Pankreas, allenthalben fast gleichmässig, so dass in der Leber z. B. ihr Prozentsatz in allen drei Lappen derselbe ist. 3. Einige Zeit nach dem Tod des Tieres steigt die Zahl der sauren Kerne in der Leber mehr oder weniger merklich an, gleichgültig ob man die Leber im Körper in situ belässt oder aus ihm herausgenommen in geeigneter Weise aufbewahrt. Diese postmortale Vermehrung erfolgt in jedem Lappen beinabe gleicherweise. 4. Auf das Zahlenverhältnis der sauren Kerne übt die Tötungsweise sofern einen Einfluss aus, als die Erstickung zu einer mehr oder weniger starken Abnahme derselben Kerne führt. Beim Tode durch andere Verfahren wie Luftembolie, Narkose, Totschlagen und Verbluten ist ihr Zahlenverhältnis ganz gleich wie im Falle des aus dem Lebenden direkt genommenen Materials, wenn man gleich nach dem Tod darüber eine Untersuchung anstellt. 5. Nach Unterbindung des Ductus choledcchus bzw. des Harnleiters verringern sich die sauren Kerne in den betreffenden Organen ziemlich stark. 6. Unterbindet man nun die Arteria renalis, so vermindert sich die Zahl der sauren Kerne in der betreffenden Niere. Diese Verminderung wird ebenfalls auch bei der gleichzeitigen Ligatur der Arteria und Vena renalis heobachtet. Dagegen bleibt sie nach alleiniger Unterbindung der Vena renalis aus. 7. Beim Hungerzustand vermindert sich die Zahl der sauren Kerne im Verdauungsorganne, vor allem in der Leber und Bauchspeicheldrüse, mehr oder weniger stark, während sie in anderen Organen und Geweben ziemlich unverändert bleibt. 8. Was den Einfluss der Arzneien auf die sauren Kerne betrifft, so ist es hervorzuheben, dass bei der Arsen- bzw. Phosphorvergiftung diese Elements beträchtlich spärlicher werden. Dasselbe gilt auch für die Azetanilid- oder Kaliumchloratvergiftung. Dagegen zeigen die sauren Kerne in der Leber und dem Pankreas eine Zahlenvermehrung, wenn man Pilccarpin oder Physostigmin subkutan injiziert, während bei der Atropininjektion ein umgekehrtes Verhältnis stattfindet. Auch in den durch Digalen erregten Herzmuskelfasern befinden sich zathlreichere sautre Kerne als in den nichtbehandelten. 9. Nicht nur bei einigen chronischen Krankheiten, sondern auch bei der akuten eitrigen Entzündung vermehren sich die sauren Kerne mehr oder weniger beträchtlich. 10. Galvanisiert man die Kaninchenniere, so vermehren sich die sauren Kerne in der Rindensubstanz dicht an der Kathode bedeutend, während sie an der Anode vielmehr zur Verminderung kommen. Bei Faradisierung der Niere fand ich überall in der Rindensubstanz eine, wenn auch geringe, Zunahme der sanren Kerne. 11. Je nach dem Fixierungsverfathren zeigen die sauren Kerne in bezug auf ihr Auftreten eine grosse Schwankung. Um sie dentlich auftreten zu lassen, sind absoluter Alkohol, Carnoysches Gemiseh und Sulfosalizylsäure-Alkoholgemisch ganz vorzüglich, während Chromsalze, Formalin und Schaftersches Gemisch so ungünstig wirhen, dass each Fixierung mit solchen Chemikalien die sauren Kerne nur wenig oder gar nicht als solche zum Vorsehein kommen. 12. Die sauren Kerne werden, wie bekannt, wohl duich basische Farbstoffe gut gefärbt; sie lassen sich aber auch mit einer Reihe von sauren Farbstoffen ebenfalls elektiv tingieren. Färbt man den Alkoholschnitt mit einem Farbgemisch, welches aus versehieden diffusionsfähigen, sauren Farbstoffen besteht, so nehmen die sauren Kerne stets den Farbenton des leichter diffundierenden Farbstoffes an. Auf Grund dieser Tatsache möchte ich anstatt der sauren Kerne den Namen "batbychrome Zellkerne" vorschlagen. 13. Im allgemeinen sind die sauren Kerne etwas kleiner und mehr eingeschrumpft als die gewöhnlichen. Dass sie aber nicht als ein pathologisches, sondern als ein physiologisches Gebilde aufzufassen sind, geht dtraus hervor, dass sie in bezug auf die Form und Lage der Karyosomen und der Kernkörperchen sowie auf Gehalt an Chromatin gar keine nennenswerten Veränderungen zeigen. Bei den pyknotischen Kernen pflegt die chromatische Sabstanz sich, wie bekannt, zu einem stark tingierbaren Klumpen zusammenzuballen. 14. Wie aus den oben erwälmten experimentellen Versuchen ersichtlicb, vermehren sich die bathychromen Zellkerne im Falle der Funktionssteigerung der Zellen, während sie in der Ruhezeit der Zellen oder noch mehr beim gehemmten Stoffwechsel der Zellen eine Verminderung zeigen. Aus der biochemisch bekannten Totsache, dass die Plasmahaut der Zellen im Funktionsstadium bedeutend grössere Permeabilität zeigt als in der Ruhezeit, und dass dabei durch Oxydatronsvorgänge mehrere Zerfallsprcdukte im Zelleib erzeugt werden, ergibt sick, dtss die Keine der betreffenden Zellen einer Verwelkung d. h. einer Verdichtung unterworfen sind, da die Konzentration der Moleküle und Ionen im Zelleib zunimmt und infolgedessen der Kernsaft herausgezogen wind. Erst wenn dieser Prozess einen gewissen Grad erreicht, gewinnt der Kern den bathychromen Charakter. Kommen die Zellen auf dts Ruhestadium zurück, so verlieren die bathychromen Kerne ihre oharakteristische Dichtigkeit und verwandeln sich wieder in die gewöhnlichen, indem der provisorisch erhöhte osmotische Druck des Zytoplasma absinkt, und die betreffenden Kerne wieder den Saft aufnehmend ihren normalen Turgor erhalten. Alles im allen genommen sind die sog. sauren Kerne nichts anders als die verwelkten also verdichteten, die wieder zu den gewöhnlichen Kernen mit dem normalen Turgor zurückkehren können. Dafür spricht auch die Tatsache, dss die bathyehromen Zellkerne im allgemeinen kleiner sind und bei Färbung mit einem Farbgemische stets den Farbenton des leichter diffundiereuden Farbstoffes annehinen, und dass nur eine Fixation mit den stark schrumpfend wirkenden Chemikalien sie deutlich an den Tag bringen kann. Vorausgesetzt, dass neben den genanuten physikalischen Faktoren noch chemische Vuigänge mit der Entstehung der bathychromen Kerne zu tun haben, müssen diese doch, m. E.. nur eine untergeordnete Rolle spielen.
備考
原著
ISSN
0030-1558
NCID
AN00032489